Trump und Twitter: Woran erkennt man die Tweets des Präsidenten?

Wie kein anderer Präsident nutzt Donald Trump die sozialen Medien um mit dem Volk zu interagieren. Dabei hat sich der Kurznachrichtendienst Twitter für Trump als primäre Kommunikationsquelle durchgesetzt. Sein Account “realDonaldTrump” existiert bereits seit 2009. Richtig durchgestartet ist der heutige Präsident der vereinigten Staaten jedoch erst vor seinem Wahlkampf 2016. Das Profil zählt momentan rund 59 Millionen Follower mit über 39.000 Tweets. Nahezu jeden Tag nutzt Donald Trump, um auf Twitter seine Meinung zu verbreiten, das politische Geschehen zu kommentieren, sich und seine Erfolge zu feiern oder seinem Ärger Luft zu machen. Kurz vor seinem Amtsantritt im Januar 2017 erreichte er dadurch einen persönlichen Rekord von 534 Tweets in einem einzigen Monat.

Es ist jedoch kein Geheimnis, dass Donald Trump seinen Twitter Account nicht mehr allein nutzt. Durch seine impulsive Art, diverse Gerichtsverfahren, fehlendes Mitgefühl und Schwächen in Rechtschreibung und Grammatik, übernehmen Mitarbeiter und Anwälte des Präsidenten teilweise die Schreibarbeit. Ist man auf Twitter enthusiastischer Follower Donald Trumps, so lassen sich die Nachrichten leicht unterscheiden. Doch woran erkennt man, ob ein Tweet aus der digitalen Feder des Präsidenten stammt?

Woran erkennt man einen Tweet von Donald Trump?

1. Rechtschreibfehler

Von einem Präsidenten würde man das eigentlich nicht erwarten. Natürlich kann jedem mal ein Buchstabendreher unterkommen und politische Fachbegriffe sind nicht immer einfach. Doch Donald Trump hat mit einigen Wörtern ziemliche Probleme. Diese schreibt er immer und immer wieder falsch. Da er die korrekte Schreibweise oft nicht kennt, berichtigt er seine Tweets selten. Und wenn ihm mal ein falscher Ausdruck auffällt, dann besitzt die aktualisierte Version neue Fehler.

Ein berühmtes Beispiel ist das Wort “Counsel”. Das englische Wort für “Rat” wird von Donald Trump gern “Councel” geschrieben. Es existieren dutzende Tweets mit der falschen Version.

2. Beleidigungen

Während sich die meisten Abgeordneten auszudrücken wissen, schwimmt ein Donald Trump gegen den Strom. Mit seiner impulsiven Art schreckt er selbst vor Beleidigungen nicht zurück. Viele bezeichnen Trump als “Cyberbully” auf Twitter. Ein großer Teil seiner Tweets beinhaltet persönliche Angriffe, Diffamierungen von Gruppen, Institutionen, Vereinen und politischen Gegnern. Teilweise kratzt er damit an der Grenze zum Rassismus und Sexismus.

3. Lügen und Gerüchte

Kein Präsident verbreitet soviele Lügen und Gerüchte wie Donald Trump. 8 bis 10 Falschaussagen verbreitet er durchschnittlich am Tag. Meist betreffen sie seine Erfolge, Behauptungen über andere Personen oder Gruppen. Nach einem kurzen Faktencheck lässt sich so ein Tweet von Donald Trump leicht erkennen. Manche Behauptungen stellt er auch genau dann auf, wenn eine Überprüfung nicht möglich ist. Ein berühmtes Beispiel ist der Vorwurf, dass Ex-Präsident Barack Obama in Kenia geboren wurde und seine Geburtsurkunde gefälscht sei. Außerdem habe Obama sein Büro abgehört und verwanzt.

4. Namecalling

Wenn Donald Trump auf Twitter über seine politischen Gegner herzieht, dann denkt er sich gern kreative Namen für diese aus. In den letzten zwei Jahren sind dabei diverse Namen mit beleidigender Absicht entstanden. Berühmte Beispiele sind hier: Crooked Hillary Clinton, Cryin’ Chuck, Cheatin’ Obama, Lyin’ Ted, Slippery James Comey und Pocahontas.

5. Übertreibungen

Ob Donald Trump über seine Erfolge spricht, ob er Fehler seiner Gegner aufzeigt oder über Katastrophen berichtet, er muss immer übertreiben. Seine Errungenschaften sind oft die “größten der Geschichte”. Unglücke und Katastrophen sind so “tödlich” und “gefährlich”, “wie es die Welt noch nicht gesehen hat”. Und “niemand” kann etwas so gut wie er. Die Tweets enthalten oft Superlative und gesteigerte Adjektive.

6. Großbuchstaben

Da ihm bei Twitter der akkustische Ausdruck fehlt, schreibt Trump wie er spricht. Viele Tweets beinhalten Wörter und ganze Sätze in Großbuchstaben. In der Netiquette wird dies eigentlich als “schreien” interpretiert. Tweets mit diesen Merkmalen sind zu 100% aus der Hand des Präsidenten.

7. Fake News

Dies ist keine Überraschung. Trump sieht in vielen Medien den größten Feind seiner politischen Karriere. Zusammengefasst nennt er sie “Fake News”. Jede negative Berichterstattung über den Präsidenten wird in diese Schublade geschoben. Von keinem Wort macht der Präsident mehr Gebrauch. Wer Trump auf Twitter folgt, verpasst keine Woche ohne von den “Fake News” zu hören.

8. Verschwörungstheorien

Da Donald Trump sehr oft lügt und Unwahrheiten spricht, fehlen ihm die Quellen um seine Aussagen zu stützen. Darum bedient er sich bei Verschwörungstheorien, welche seine falschen Behauptungen untermauern. Ein berühmtes Beispiel ist die Theorie, dass der politische Aktivist und Milliardär George Soros, diverse Bewegungen gegen Donald Trump organisiert und finanziert. Wann immer eine Demonstration stattfindet, wittert der Präsident eine geplante und bezahlte Aktion. Sogar für die Flüchtlingswelle gab er Soros die Schuld.

8. Punkte…

Im Gegensatz zu seinen Anwälten und Mitarbeitern denkt Donald Trump nicht immer nach, wenn er an seinem Smartphone sitzt. Spontane Ideen müssen spontan in die Welt, für zusammenhängende Sätze ist dann keine Zeit. In manchen Tweets können wir deswegen Punkte zwischen Satzteilen finden.

9. Fazit mit Ausrufezeichen

Wenn Trump auf Twitter über komplexe politische Themen redet, dann fügt er gern eine kurze präzise Schlussfolgerung oder Aufforderung an. Erkennbar ist diese auch an dem obligatorischen Ausrufezeichen. Beispiele sind hier: “Damit ist Schluss!”, “Jetzt nicht mehr!”, “Muss geändert werden!” oder “Totaler Betrug!”.

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