Trump im Twitter-Wahnsinn: Narzisst vs Social Media

Donald Trump kündigte auf Twitter eine Rosengartenkonferenz an, welche sich mit den sozialen Medien beschäftigen soll. In einer Reihe von Nachrichten feuert Trump gegen die Medien und lobte sich selbst für sein gutes Aussehen und Intellekt.

Twitter ist das Sprachrohr des Donald Trump. Ungefiltert und ungeprüft informiert er seine Gefolgschaft über Politik, Nachrichten, Kritiker und seine Gefühlslage. Bereits mehrfach attackierte der Präsident dabei die sozialen Medien. Trump hält diese für parteiisch und demokratisch gesteuert, da die Berichterstattungen über seine Politik meist negativ ausfallen. Tatsächlich dachte er daher sogar schon über Staatsfernsehen nach. Der Propaganda ein Stück näher. Nun kündigt der Präsident via Twitter eine Konferenz über das Thema an. Er nennt dies “Social Medie Summit”. Zusätzlich soll es um die Frage der Volkszählung in Amerika gehen.

“Das Weiße Haus wird heute einen sehr großen und sehr wichtigen Social Media Gipfel veranstalten. Wäre ich ohne Social Media Präsident geworden? Ja (wahrscheinlich)! Zum Abschluss werden wir alle in den schönen Rosengarten gehen, um eine Pressekonferenz über die Volkszählung und die Staatsbürgerschaft zu veranstalten.”, kündigt Trump auf Twitter an.

Später geht der Präsident emotional ins Detail. Dabei kritisiert er nicht nur soziale Plattformen und Unternehmen wie Twitter, Google und Facebook, er geht auch mit demokratischen Präsidentschaftskandidaten für 2020 ins Gericht. Gleichzeitig nutzt Trump die Gelegenheit um sich selbst für sein Aussehen und Intellekt zu feiern.

“Ein großes Thema heute auf dem Social Media Summit des Weißen Hauses wird die enorme Unehrlichkeit, Verzerrung, Diskriminierung und Unterdrückung sein, die von bestimmten Unternehmen praktiziert wird. Wir werden sie nicht mehr lange damit davonkommen lassen. Die Fake News Medien werden ebenfalls dort sein, aber nur für einen begrenzten Zeitraum.”, schreibt Trump auf Twitter.

Trumps Angriffe auf die sozialen Medien und Nachrichten geben einen Vorgeschmack darauf, wie der sogenannte “Social Media Summit” aussehen wird. Die Wahrscheinlichkeit ist groß, dass es sich um eine One-Man-Show handelt, in welcher Trump die Medien öffentlich diffamiert. Für seine Behauptungen, dass Nachrichten und Medien parteiisch agieren, legte Trump bisher keine Beweise dar.

Wie der Zufall es so will, kommt Trumps Konferenz über die sozialen Medien einen Tag nachdem ein US-Gericht entschieden hat, dass der Präsident keine Personen auf Twitter sperren darf. Trump hatte einzelnen Personen und Medien auf Twitter gebannt, damit diese seine Beiträge nicht lesen können. Dies wurde nun von einem Gericht verboten.

“Die Fake News sind nicht so wichtig oder mächtig wie Social Media. Sie haben seit dem Tag im November 2016, als ich mit der Person, die eure zukünftige First Lady werden sollte, die Rolltreppe hinunterging, enorm an Glaubwürdigkeit verloren. Wenn ich schließlich in sechs Jahren das Amt niederlege, oder vielleicht 10 oder 14 (nur ein Scherz), werden sie schnell aus Mangel an Glaubwürdigkeit oder Zustimmung der Öffentlichkeit aus dem Geschäft genommen. Deshalb werden sie mich alle irgendwann, auf die eine oder andere Weise unterstützen.”, fügt Trump auf Twitter an.

Trump ist sich seiner Sache sicher. Er wird 2020 wiedergewählt. Scherzhaft erklärt er, dass er sogar noch länger bleiben könne. In Amerika kann ein Präsident allerdings nur einmalig wieder ernannt werden. Ironischerweise war es gerade Donald Trump, welcher in der Wahl 2016 von den sozialen Medien profitierte. Tausende Bot-Accounts schlugen für den Präsidenten die Werbetrommel oder streuten Falschinformationen um demokratische Wähler umzustimmen.

“Könntet ihr euch vorstellen, Sleepy Joe Biden oder @AlfredENeuman99 oder eine sehr nervöse und dünne Version von Pocahontas (1000/24.) als euren Präsidenten zu haben, anstatt das, was ihr jetzt habt, so großartig aussehend und klug, ein wahres solides Genie! Sorry, dass ich das sagen muss, aber selbst Social Media wird zusammen mit den Fake News Medien aus dem Geschäft gedrängt!”, attackiert und zelebriert Trump abschließend.

Ohne wirklichen Zusammenhang beendet Trump seine Tirade indem er seine politischen Gegner angreift. Speziell sind diese Joe Biden, Pete Buttigieg und Elizabeth Warren. Sie gehören zu den stärksten Kandidaten, welche gegen Donald Trump 2020 antreten. Der Präsident betreibt hier gezieltes Namecalling. Joe Biden bezeichnet er gern als “schläfrig” (sleepy). Pete Buttigieg vergleicht Trump mit dem Maskottchen des Mad-Magazines Alfred E. Neuman. Elizabeth Warren nennt der Präsident regelmäßig Pocahontas, nachdem diese öffentlich behauptete von Ureinwohnern abzustammen. Nach einem Test stellte sich heraus, dass dies zwar stimmt, jedoch nur noch zu 1/1024stel in ihrer DNA verankert ist. Das selbsternannte Genie hatte sich mit 1000/24stel rigoros verschrieben. Später berichtigte er den Tweet.

Schlussendlich bezeichnet sich Donald Trump als “großartig aussehend und klug”. Wiederholt behauptete er, ein sehr solides großes Genie zu sein. Schönheit ist natürlich relativ und über den Intellekt lässt sich ebenfalls streiten.

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