Trump im Rückblick: Tage zwischen Chaos und Wut

Das Leben eines Präsidenten ist nicht immer einfach. Dies trifft besonders auf Donald Trump zu. In den letzten Tagen überschlagen sich die Ereignisse. Über Twitter lassen sich diese gut verfolgen. Ein kurzer Rückblick.

Seit Donald Trump Präsident der vereinigten Staaten ist, wirkt die vorgehensweise des Präsidenten eher unkonventionell. Zwischen Chaos und Wut fragt man sich, wie kann ein Mensch an sovielen Bauestellen gleichzeitig arbeiten. Die letzten Tage geben einen Einblick in das, was einen Donald Trump beschäftigt.

1. Joe Biden starten in den Wahlkampf

Zuerst ist da Joe Biden. Der ehemalige Vizepräsident von Barack Obama entschied sich als Präsident für die Wahl 2020 zu kandidieren. Seine Erfahrungen und sein Status machen ihn zu dem gefährlichsten demokratischen Konkurrenten von Trump. Seit Bekanntmachung seiner Kandidatur startet Donald Trump nun eine Twitter-Agenda gegen Joe Biden. Ganz nach Art des Präsidenten nennt er ihn liebevoll „Sleepy“ Joe. Kein Tag vergeht, ohne eine Erwähnung von Obamas Vize.

„Willkommen beim Rennen Sleepy Joe. Ich hoffe nur, dass Sie die Intelligenz haben, lange angezweifelt, um eine erfolgreiche Primärkampagne zu führen.“, schreibt Trump auf Twitter. (25.04.2019)

„Die Medien (Fake News) stützen Sleepy Joe hart. Lustig, ich bin nur wegen Biden & Obama hier. Sie haben den Job nicht gemacht und jetzt habt ihr Trump, der es erledigt – großartig!“, erklärt Trump weiter. (29.04.2019)

2. Golfen

Neben seiner Liebe zum Smartphone und Twitter verbrachte Trump weiterhin Zeit auf dem Golfplatz. Er spielte am Samstag dem 27.04.2019 mit dem japanischen Premierminister Abe Shinzo.

„Großartiger Tag mit Premierminister @AbeShinzo aus Japan. Wir spielten eine schnelle Runde Golf am wunderschönen Potomac River, während wir über Handel und viele andere Themen sprachen. Er ist jetzt nach Japan aufgebrochen und ich bin auf dem Weg nach Wisconsin, wo eine sehr große Menge von Freunden wartet!“, schrieb Trump auf Twitter.

3. Wahlkampfveranstaltung

Schon einen Tag später, am 28.04.2019, hielt Trump eine Rally (Wahlkampfveranstaltung) in Green Bay, Wisconsin. Fast zwei Stunden sprach Trump vor einer großen Menschenmenge um seine Wiederwahl 2020 zu sichern. Im Verlauf der Veranstaltung stockte der Präsident seinen Lügenrekord weiter auf.

4. Football

Zusammenhangslos widmete sich Trump weiterhin den ersten Spielerwahlen der NFL. Dies ist für Amerikaner und Spieler besonders wichtig. Die schwächsten Mannschaften ziehen zuerst ihre neuen Spieler vom College in die Profi-Liga. Daher ist die Reihenfolge der Wahl für die Neutalente natürlich relevant. Wer als erster Spieler vom College gewählt wurde, scheint für die NFL die relevantesten Bedingungen und Leistungen zu erfüllen. Trump widmete sich natürlich nur dem zweiten gewählten Spieler, da dieser ein Unterstützer des Präsidenten ist.

„Herzlichen Glückwunsch an Nick Bosa, der im NFL Draft als zweites gewählt wurde. Du wirst in den kommenden Jahren ein großartiger Spieler sein, vielleicht einer der besten. Großes Talent! San Francisco wird dich umarmen, aber am wichtigsten ist, dass du immer dir selbst treu bleibst. MACHT AMERIKA WIEDER GROßARTIG!“, feierte Trump den neuen NFL Spieler. (27.04.2019)

Über den erstgewählten College-Spieler verlor Trump nicht ein Wort. Dieser ist nämlich kein Befürworter des Präsidenten. Der überdurchschnittlich kleine Quaterback Kyler Murray (1,78m) war der heißeste Youngster für die NFL Teams. Mit der Heisman-Trophäe erhielt Murray außerdem den Preis als bester Nachwuchsspieler des Landes.

5. Kampf den Gewerkschaften

Nachdem sich die große und einflussreiche Gewerkschaft der Feuerwehrleute hinter Joe Bidens Präsidentschaft stellte und diese unterstützte, legte sich Trump mit diesen an. Er kritisierte außerdem, dass die Gewerkschaften in Amerika spezielle finanzielle Beiträge von ihren Mitgliedern beziehen.

„Die Beiträge-saugende Führung der Feuerwehrleute unterstützt immer Demokraten, obwohl die Mitgliedschaft mich wünscht. Manche Dinge ändern sich nie!“, wütet Trump auf Twitter. (29.04.2019)

„Ich werde nie die Unterstützung der beitragsverrückten Gewerkschaftsführung erhalten, jener Menschen, die ihre Mitgliedschaft mit lächerlich hohen Beiträgen, medizinischen und anderen Ausgaben abzocken, während sie ein Vermögen erhalten. Aber die Mitglieder lieben Trump. Sie sehen unsere Rekordwirtschaft, Steuer- und Abgabensenkungen, Militär usw. SIEG!“, führt Trump auf Twitter fort. (29.04.2019)

6. Ermittlungen gegen Trump

Ein Thema, dass sich weiterhin durch die Präsidentschaft von Donald Trump zieht, ist die Russland-Ermittlungen und seine Auswüchse. Der Bericht von Sonderermittler Robert Mueller zeichnet ein erschreckendes Bild von Trump. Er lügt, er zwingt andere zum Lügen und er sprüht vor krimineller Energie. Außerdem liefert das Dokument viele Anhaltspunkte der Justizbehinderung. Weiterhin stellen die Demokraten des US-Kongress Nachforschungen in Trumps Geschäften und Finanzen an. Der Präsident tanzt einen chaorischen Tanz um die Ermittlungsergebnisse. Mal sieht er sich komplett entlastet (Keine Kollusion, keine Behinderung). Dann wiederrum stempelt er den Mueller-Bericht als Lügenpaket ab. Man kann jedoch nicht beides haben.

„Bob Mueller war ein großartiger Held für die radikalen linken Demokraten. Nun, da der Mueller-Bericht fertig ist, mit dem Ergebnis KEINE ABSPRAChEN & KEINE BEHINDERUNG (basierend auf einer Überprüfung des Berichts durch unsere hoch angesehene Generalstaatsanwalt), gehen die Demokraten herum und sagen: ‚Bob wer, sorry, den Mann kenne ich nicht‘.“, spekuliert Trump auf Twitter. (29.04.2019)

7. Klage gegen die Deutsche Bank

Im Zusammenhang mit den demokratischen Ermittlungen gegen Trumps Geschäfte, forderte der Kongress Unterlagen von diversen Banken. Die Deutsche Bank ist dieser Bitte nachgekommen. Nun hat der Präsident und seine Familie das Institut verklagt. Ähnlich ging Trump bisher vor, als es um die Offenlegung seiner Steuererklärung ging. Jede Forderung des Kongresses nach Dokumenten über Trumps Geschäfte, Finanzen oder Organisation wurde vom Präsidenten mit einer Klage blockiert.

8. Lügen Rekord

In dieser Woche erreichte Trump einen neuen negativen Meilenstein. Über 10.000 Falschaussagen, Halbwahrheiten oder Lügen verbreitete der Präsident bisher.

Wir fassen zusammen: Donald Trump wirkt unstrukturiert. Die Tage der Arbeit wirken durchwachsen. Eine klare politische Struktur, wie wir sie kennen, ist nicht zu erkennen. Trump möchte ein Alpha-Männchen sein. Seine narzisstische Ader und sein Stolz können Kritik nicht ignorieren. Daher ist sein Alltag immerwieder von Angriffen und Selbstbeweihräucherungen geprägt.

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