Michael Flynn Gerichtsakten: Trump in der Bredouille

Präsident Donald Trump befeuerte heute den Mythos, dass die Russland-Ermittlungen nur gestartet wurden, um seine Präsidentschaft zu stürzen. Er beschwerte sich außerdem darüber, dass ihn niemand darüber informiert hatte, dass sein ehemaliger Sicherheitsberater Michael Flynn unter Beobachtung des FBI stand.

An diesem Donnerstag tauchten Gerichtsakten zur Zusammenarbeit zwischen Sonderermittler Robert Mueller und Michael Flynn auf. Sie enthalten detaillierte Angaben über die Rolle von WikiLeaks bei der Veröffentlichung von Hillary Clintons Emails und Informationen zu Kontakten von Trumps Kampagnenteam zu Russland.

Trumps ehemaliger Sicherheitsberater Flynn bekannte sich im Dezember 2017 schuldig. Er hatte dem FBI gegenüber falsche Aussagen über seine Kontakte mit russischen Botschaftern gemacht. Trump wurde darüber angeblich nicht eingeweiht. Im Dezember 2016 kontaktierte Flynn den Kreml im Geheimen, weil die Regierung unter Barack Obama neue Sanktionen gegen Russland verhängte. Flynn erklärte der russischen Regierung, dass keine Vergeltungsmaßnahmen nötig seien, da Trump das Amt von Obama einnehmen wird. Er erhoffte sich damit eine Lockerung der Sanktionen durch Donald Trump.

Trump behauptet er habe von diese Tatsache nichts gewusst und beschwert sich darüber, dass er nicht gewarnt wurde, dass Flynn unter FBI Beobachtung steht. Der Präsident bot Michael Flynn bereits direkt nach seiner Wahl 2016 eine Stelle als Sicherheitsberater an.

“Es scheint jetzt so, dass General Flynn untersucht wurde, lange bevor es allgemein bekannt war. Es wäre für mich unmöglich gewesen, das zu wissen, aber wenn das der Fall war und ich eine von zwei Personen bin, die Präsident werden würden, warum wurde mir dann nicht gesagt, dass ich eine Änderung vornehmen könnte?”, verteidigt Trump Flynns Stellenangebot.

Die Verteidigung des Präsidenten kommt jedoch zwei Jahre zu spät. Trump wurde frühzeitig mehrfach gewarnt. Bereits Barack Obama klärte Trump über Michael Flynns Geschäfte auf. Auch Trumps ehemalige komissarische Justizministerin Sally Yates sagte vor dem Senat aus, dass sie Donald Trump vor Michael Flynn und seinen Russland-Kontakten warnte.

Laut den veröffentlichten Gerichtsakten existiert außerdem eine Voicemail von Trumps Anwälten, welche darauf hinweist, dass der Präsident um eine “Vorwarnung” von Flynn bittet, falls er sich dazu entscheidet mit den FBI-Ermittlern zu kooperieren.

Auf Twitter versucht sich Trump nun von seinem ehemaligen nationalen Sicherheitsberater zu distanzieren. Er geht jedoch noch einen Schritt weiter und behauptet, dass sein Wahlkampfteam ausspioniert wurde.

“Meine Kampagne zum Präsidenten wurde eindeutig ausspioniert. So etwas ist in der amerikanischen Politik noch nie passiert. Eine wirklich schlimme Situation. VERRAT bedeutet lange Gefängnisstrafen, und das war VERRAT!”, wütet Trump auf Twitter.

Nach der Veröffentlichung des Abschlussberichts von Sonderermittler Robert Mueller, ordnete Trump eine Gegenuntersuchung der Ursprünge der Russland-Ermittlungen am. Die berechtigte Untersuchung von Michael Flynn weit vor der Präsidentschaftswahl ist Trump dabei nun ein Dorn im Auge.

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