Hat Donald Trump soeben Steuerbetrug zugegeben?

Präsident Donald Trump verteidigte via Twitter seine ehemaligen Steuerstrategien. Er erklärte, dass sein Unternehmen “berechtigt” war, finanzielle Abschreibungen vorzunehmen. Trump reagierte damit auf eine aktuelle Untersuchung der New York Times. Diese ergab, dass das Unternehmen des heutigen Präsidenten zwischen 1985 und 1994 Verluste von 1,17 Milliarden US-Dollar gemeldet hat.

“Man wollte schon immer Verluste für Steuerzwecke aufweisen”, schrieb Trump am Mittwoch Morgen auf Twitter. “Fast alle Immobilienentwickler taten es – und neuverhandeln oft mit Banken, es war ein Sport.”

Der Präsident reagierte damit auf einen Bericht der New York Times. Dieser zeigte, dass seine Geschäfte hohe Verluste meldeten. Trumps Hotels und Casinos eigneten perfekt, um große finanzielle Abschreibungen aufzuweisen. Für den angegebenen Zeitraum 1985 bis 1994 musste Trump daher nur für zwei Jahre Steuern zahlen. Der Rest wurde mit Verlusten beglichen.

Donald Trump bezeichnete den Artikel der Times als “sehr ungenauen Fake News Hit Job”. Es seien “sehr alte Informationen, die veröffentlicht wurden”.

Während seines Wahlkampfes und seiner Präsidentschaft kritisierte Trump die selbe Strategie der Steuerdrückung bei anderen Großunternehmen. Oft wütete er darüber, dass große Unternehmen wie Amazon unter Jeff Bezos Tricks anwenden um Steuern zu umgehen und weniger Zahlen. Nun stellt sich heraus, dass er selbst von den Gesetzeslücken profitierte.

Mit der Enthüllung von Trumps Steuertricks entfacht er den Streit um seine Steuererklärung noch mehr. In den letzten Monaten versuchten die Demokraten im Repräsentantenhaus seine Steuererklärungen zu erhalten. Trump selbst erklärte während seines Wahlkampfes, dass er bereit ist, wie jeder andere Präsident (außer Richard Nixon) seine Steuern offenzulegen. Seit seiner Präsidentschaft blockieren Trump und die Republikaner jedoch jeden Versuch die Finanzen des Präsidenten zu durchleuchten.

Sprecherin des Repräsentantenhauses Nancy Pelosi erklärte am Mittwoch bei einer Veranstaltung: “Es sagt uns, dass es nützlich wäre, seine Steuererklärungen zu sehen.”

Da die damalige Gesetzeslage eine derartige Steuerdrückung erlaubte, ist der Artikel der Times kein direkter Beweis für Steuerhinterziehungen durch Donald Trump. Es zeigt jedoch mit welcher Doppelmoral der Präsident spielt. Er ist bereit jede Lücke zu nutzen um einen Vorteil daraus zu ziehen. Gleichzeitig wirft er seinen Gegnern Taten vor, welche er selbst zu seinen Gunsten nutzt. Seinen Wählern verkauft er sich als Dealmaker und Sprachrohr der Arbeiterklasse. Nun zeigen aktuelle Berichte, dass Trump doch eher ein Trickspieler ist. Wer hätte das gedacht!

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