FBI James Comey: William Barr hat “seinen Ruf verloren”

James Comey, der ehemalige FBI-Direktor, kritisierte in einem Fernsehauftritt den Justizminister William Barr. Er äußerte sich missmutig zum Verhalten Barrs nach der Veröffentlichung des Russland-Berichts von Sonderermittler Robert Mueller.

In einer Sendung des amerikanischen Senders CNN sprach James Comey über seine Einschätzung zu den Geschehnissen nach der Veröffentlichung des Abschlussberichts von Robert Mueller. Comey verteidigte zunächst seine ehemalig positiven Worte über William Barr und seine Amtszeit unter George H. W. Bush. Im Jahre 1991 wurde der Justizminister mehrstimmig in einem demokratisch dominierten Senat gewählt.

“Ich sagte das, weil ich denke, dass seine Karriere das verdient hatte”, erklärte Comey.

Nachdem Barr seine Zusammenfassung des Mueller-Berichts veröffentlichte, kippte die Stimmung auf demokratischer Seite jedoch. Die Demokraten und sogar Robert Mueller selbst hatten das Gefühl, dass die Schlussfolgerungen des Justizministers nicht den Kern der Ermittlungen widerspiegeln. Insbesondere im Fall der Justizbehinderung schien Barr seinen Präsidenten zu schützen. Viele Demokraten warfen William Barr vor, dass er nicht für das Volk arbeite, sondern als persönlicher Anwalt von Donald Trump fungiert.

Später wurde bekannt, dass Robert Mueller persönlich einen Brief an das Justizministerium schrieb, in dem er seine Bedenken über die Art der Zusammenfassung des Berichts zum Ausdruck brachte. In dem Schreiben des Sonderermittlers heißt es, dass Barrs Schlussfolgerungen “den Kontext, die Natur und den Inhalt des Mueller-Berichts nicht vollständig erfasst haben”.

Durch das Verhalten William Barrs gegenüber den Ermittlungsergebnissen, änderte James Comey seinen Kurs und sein Urteil über den Justizminister.

Comey bezeichnete “die Art und Weise” wie Barr den Bericht zusammenfasste und ihn in der Pressekonferenz präsentierte als “unehrenhaft”. Comey fügte hinzu, dass der Generalstaatsanwalt “weiterhin so redet, als ob er der Anwalt des Präsidenten wäre”.

“Das ist nicht der Job des Justizministers”, sagte Comey. Der Ex-FBI-Direktor bezeichnet Barrs Nominierung durch Trump als politisch motiviert um den Präsidenten zu schützen. “Es ist eine politische Ernennung durch den Präsidenten, aber du leitest eine Institution, die dem amerikanischen Volk gehört und nicht dem Präsidenten.”

Weiterhin glaubt Comey, dass William Barr mit seinem Verhalten an Ruf verlieren wird. “Er ist eine versierte und sehr kluge Person, die bei der Annahme dieses Jobs nichts zu verlieren hatte, außer seinem Ruf”, sagte Comey. “Es macht mich nicht glücklich, das zu sagen, aber ich glaube, er hat den größten Teil seines Rufs durch sein Verhalten verloren.”

Trump reagierte umgehend auf Twitter zu den Aussagen von Comey: “James Comey ist eine Schande für das FBI und wird als schlechtester Direktor in seiner langen und einst stolzen Geschichte untergehen”, tweete der Präsident.

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